Von: CACT Am: 17/12/2016 In: Jameos del Agua

Die Zentren für Kunst, Kultur und Tourismus Lanzarote, der größte künstlerische und architektonische Juwel der Insel, feierten ihr 50. Jubiläum mit einem Festakt, der im Konzertsaal von Jameos del Agua stattfand. Der Geist von César Manrique, Vater und Schöpfer dieser Werke von außergewöhnlicher Schönheit, durchdrang das Ambiente an einem unvergesslichen Abend, an dem der fast bis auf den letzten Platz gefüllte Konzertsaal von Jameos del Agua kraftvoller erstrahlte als je zuvor. Etwa 500 Menschen feierten den 50. Geburtstag der Zentren.

Der Professor für Kunstgeschichte an der Universidad de La Laguna, Fernando Castro Borrego, eröffnete den Festakt, der die Schöpferfigur der Zentren feierte. Unter dem allgemeinen Titel ‚César Manrique: Ästhetik und Tourismus‘ zeigte Castro Borrego eine kurze Biografie des Künstlers, ausgehend von dem hypothetischen Szenario, das entstanden wäre, wenn César Manrique nicht von New York auf die Insel zurückgekehrt wäre, und den Beziehungen, die er anschließend auf seiner Suche nach seinem ästhetischen Ideal mit den wichtigsten künstlerischen Akteuren der Inselgruppe aufbaute. Kunst, Kultur, Politik und Wirtschaft wechselten sich in einem interessanten Vortrag ab, der mit dem Motto endete, das den Künstler von Lanzarote sein ganzes Leben lang bewegte: „Gleichgewicht und Harmonie zwischen der Zivilisation und der Natur zu erreichen“.

Fernando Castro Borrego, Professor für Kunstgeschichte an der Universidad de La Laguna

Anschließend folgte eine der größten Überraschungen der Nacht, als ein Interview mit César Manrique auf die Leinwand projiziert wurde, das der Journalist Mathias Allary 1990 mit ihm geführt hatte. Ein César Manrique, der vor Vitalität und Enthusiasmus nur so sprühte, erklärte dem Journalisten die Grundlagen seiner Vision von Lanzarote, unter anderem die Kunst und Kultur. Gedanken, Bilder, einige davon bisher unveröffentlicht, und die Musik von Ale Acosta überlappten sich, um die Lebensphilosophie des Mannes auszudrücken, der alles ins Rollen brachte.

Pedro San Ginés. Der Vorsitzende des Stadtrats von Lanzarote, der jenen, die seit 1966 vor ihm die Verantwortung trugen, die Gelegenheit gab „heute ihre Gedanken zum Ausdruck zu bringen“, gestand, dass er sich „unruhig und aufgeregt, verantwortungsbewusst, aber stolz, glücklich und bewegt“ fühlte angesichts dieser Feier des „halben Jahrhunderts, das vergangen ist, seit ein Visionär in das Innerste der Insel vordrang, um dem Leben und Farbe zu verleihen, in dem die Normalsterblichen einzig Trostlosigkeit, Schwarz- und Ockertöne sahen. Eine Revolution“, so erinnerte er sich, „die im Ödland und in verwilderten Orten begann und ein neues kollektives Bewusstsein in einer bis dato deprimierten Gesellschaft erweckte“.

San Ginés bewertete die Rolle der Zentren für Kunst, Kultur und Tourismus in der Entwicklung der Insel als „unbestreitbar“, überzeugt davon, dass diese „authentische Heiligtümer einer Art des Denkens, Fühlen und Eingreifens in die Umwelt seien“. César Manrique”, betonte er, „säte den Samen für eine neue Denk- und Handlungsweise, die zur Flagge einer ganzen Generation und zum Slogan für die internationale Projektion einer neuen Insel wurde, die aus seinen Skizzen entstand“.


Was die Zukunft angeht, hob der Vorsitzende hervor, dass „die Zentren sich den gegenwärtigen und künftigen Herausforderungen unerschrocken stellen würden, und dabei auf die Unterstützung der Millionen Menschen zählen könnten, die die Insel Jahr für Jahr besuchen“. Herausforderungen, zu denen das Museo Atlántico zählt, „ein Projekt, das von der Philosophie des Kunst-Natur-Binoms getränkt ist, und das im kommenden Januar offiziell seine Türen öffnen wird, um die Stellung der Insel auf den umkämpften internationalen Tourismusmärkten zu stärken“; die Neuausrichtung des Besuchs im Nationalpark Montañas del Fuego, „die allen, die dieses beeindruckende Zentrum im Süden der Insel erleben möchten, Zeit, Aufwand und Warten ersparen wird“, und „die nächste Intervention in Jameos del Agua, ein Projekt, das die Essenz der ursprünglichen Gestaltung von Manrique wieder aufgreift und zu wenig genutzte Infrastrukturen zurückgewinnt, um einem vielseitigeren und moderneren Casa de los Volcanes Unterschlupf zu bieten, das seine aktuellen Räume verlässt, um ein neues Restaurant entstehen zu lassen, das, ebenso wie Jameos del Agua und der Konzertsaal, die Wünsche der Touristen und Gäste erfüllen kann, ohne den Besuch der Vulkanröhre zu verfälschen“.

Der Vorsitzende beendete seine Rede mit einem „ewigen“ Dankeschön an César Manrique, den „Schöpfer eines Werkes, das eine Gesellschaft verwandelt hat, und der uns lehrte zu träumen, und dass Träume, mit Anstrengung und Beharrlichkeit, wahr werden können.

Für den Regierungsvorsitzenden der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo „sind die Zentren für Kunst, Kultur und Tourismus eines der leuchtendsten Beispiele für die Fähigkeit unserer Erde, ihrer Landschaft Bedeutung zu verleihen und sie zu einer Touristenattraktion zu machen, ohne ihre Essenz zu gefährden. Sie sind Stätten, an denen wir mehr über die Landschaft, die Bedingungen unseres Landes oder über unsere Kultur lernen können, darüber, wer wir als Volk sind. Sie sind Stätten, an denen die Besucher mit dem Ort interagieren und Teil von diesem werden können. Offene und dynamische Räume, die uns die Insel verstehen lassen und die Gründe offenkundig machen, aus denen die UNESCO Lanzarote 1993 zum Biosphärenreservat erklärte“. Clavijo betonte, dass die Zentren auch „eine Schlüsselrolle im Verständnis der Wirtschaft der Insel spielen, da sie zur wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung der Insel beigetragen haben. Und sie sind“, sagte er abschließend, „das eindeutigste Beispiel für die Synergien zwischen Tourismus und Kultur, ein Beispiel für die immensen Kapazitäten dieser beiden Sektoren, die bewiesen haben, dass sie nicht nur gemeinsam bestehen, sondern sich gegenseitig unterstützen und Fortschritt und Reichtum erzeugen können“.

Fernando Clavijo, Regierungsvorsitzender der Kanarischen Inseln

Natürlich konnten die Feierlichkeiten nicht ohne eine symbolische Anerkennung einer Gruppe von pensionierten Mitarbeitern der CACT Lanzarote durch Behörden der Region und Insel enden.

Als krönender Abschluss wurde „Pieles. Canto al trabajo” (Häute. Gesang auf die Arbeit) aufgeführt, eine interessante, multidisziplinäre Darbietung, die mit heterogener Sprache einen Gesang auf die Arbeit auf den Kanarischen Inseln präsentierte, der vor allem die Arbeit anerkannte, die die Frauen seit jeher leisten. Eine Show, die unterschiedlichste Menschen Kulturen und Leidenschaft, kanarische und klassische Klänge verbindet, um den Geist unserer Mütter und unserer Großmütter aufleben zu lassen, die Mühe, Hingabe und Liebe ausstrahlten.

Zum Schluss wurde ein Cocktail am Pool serviert, während unser DJ und Mitarbeiter Javier San Juan mit einer Sammlung von Originalschallplatten die Musik wiederaufleben ließ, die vor 50 Jahren erklang, als es in Jameos del Agua die beste Open Air-Tanzfläche der Welt gab.

Javier San Juan, DJ

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