Von: Mar Arias Am: 13/09/2016 In: La Casa Amarilla

Der Neuankömmling erreicht das Zentrum, er läuft zu Fuß durch die Hauptstadt an der Küste, und findet sich plötzlich mitten in einer modernen und belebten Straße wieder, mit dem prachtvollen Casa Amarilla, einer Erinnerung an vergangene Zeiten. Vielleicht besser, vielleicht nur weiter weg.

Wir betreten das Casa Amarilla

Der Alte Stadtrat, wie die Einheimischen das Haus nennen, wurde nach der Renovierung in das aktuelle Datenzentrum von Lanzarote umgewandelt, oder in etwas, das dem gleich kommt, in den Geldschrank der Inselvergangenheit. Das Herz schlägt voller Erinnerungen, im Gedächtnis stehen die Menschen und die sich ändernde Wirklichkeit. Statt sich von der Öffentlichkeit abzuschotten wollte die Regierung der Insel ihre Türen öffnen, um kleine Spuren dieser Vergangenheit zu zeigen. In kleinen Dosen, sodass auch der Tourist, der die Geschichte der Insel nicht kennt, diese auskosten und im Detail wieder aufleben lassen kann.

Die Ausstellungen

Aus genau diesem Grund öffnet das Haus täglich seine Pforten, um in sorgfältig zusammengestellten Ausstellungen die Wirklichkeit der Insel in einem Prisma aus Farben zu zeigen. Zuerst war es die reine und harte Vergangenheit der Insel, die in den Fotos des großen Fotografen Jacinto Alonso Martín von der Insel festgehalten wurde: “ Lanzarote durch Glas“.

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Und so fühlt sich der Neuankömmling hier wie ein indiskreter „Voyeur“, der durch ein Fenster das Leben anderer Menschen und anderer Zeiten beobachten kann. Die Erinnerungen anderer. Derer, die die Insel bewohnten, bevor er sich an ihr erfreute.

Die alten Bewohner Lanzarotes betrachten die Neuankömmlinge mit Argwohn, sie hüten ihr altes kulturelles Erbe, kämpfen unermüdlich gegen die Armut und das Elend auf einer Insel, die einst mit dem überleben musste, was das Meer und das Land hergaben. Es war immer wenig. Ihre hageren Gesichter prägen sich in die Seele ein, wie auch auf diesen Bildern, mal festlich, mal zerschlissen, ein Spiegel des Elends, das sich tief ins Innere gräbt und mit der wilden Schönheit einer Insel kontrastiert, die dazu bestimmt ist, so viel mehr zu sein.

Wenig später der lässt der Besucher, der schon daran gewöhnt ist, lange auf der Insel zu verweilen, zu, dass seine Schritte ihn wieder nach Arrecife führen. Und er entdeckt das Casa Amarilla erneut, und mit ihm eine neue Ausstellung, die an seinen Türen angekündigt wird: „Landschaft auf Zelluloid. Auf Lanzarote gedrehte Filme“, und eine atemberaubende Raquel Welch in einem attraktiven Bikini, die dazu einlädt, sich treiben zu lassen. Noch einmal durch die Vergangenheit der Insel zu spazieren. Dieses Mal glamouröser, mit mehr Stars, Frauenschwärmen und funkelnden Sternen. Verführerische Lächeln, endlos lange Beine, verbotene Dekolletés und Versprechen auf der Leinwand aus den Mündern von Rachel Welch, Rita Hayworth, Omar Shariff, Alain Delon, Dennis Quaid oder Penélope Cruz… in den kreativen Köpfen von Pedro Almodóvar, Juan Antonio Bardem, Werner Herzog und Wolfgang Petersen.

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Der Besucher geht erneut durch die Schönheit der Küstenhauptstadt und lässt das Casa Amarilla zurück, er verspricht, im nächsten Jahr wiederzukehren, um zu entdecken, welche Schätze die Insel noch versteckt hält, jedes Jahr drängt es ihn zurück, die Insel wird ein Teil seiner eigenen Existenz.

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