Von: CACT Am: 11/01/2017 In: Museo Atlántico

Das Museo Atlántico von Lanzarote wurde heute für die Allgemeinheit eröffnet und ist damit das erste Unterwasser-Museum für Kunst in Europa.

Der Präsident des Inselrats von Lanzarote, Pedro San Ginés, und der Schöpfer des monumentalen Gesamtkunstwerks, der britische Öko-Bildhauer Jason deCaires Taylor, waren anlässlich der Eröffnung für das traditionelle Zerschneiden des Bandes verantwortlich, die in diesem speziellen Fall unter Wasser im Meer stattfand und eine Botschaft der Hoffnung für unsere blauen Ozeane vermittelte.

Der international renommierte Bildhauer Jason deCaires Taylor hat die endgültige Installationsphase seines letzten Projekts „Museo Atlántico“ abgeschlossen, das erste Unterwasser-Museum für Gegenwartskunst in Europa. Diese einzigartige und dauerhafte Kunstinstallation befindet sich an der Küste von Lanzarote, Spanien, in 14 Metern Meerestiefe.

Die Verwirklichung dieses monumentalen Projekts hat mehr als zwei Jahre gedauert und hat sich zum Ziel gesetzt, einen starken visuellen Dialog zwischen Kunst und Natur zu schaffen. Der Fokus liegt hierbei auf Naturschutz, um ein künstliches Riff im großen Maßstab zu etablieren. Bei den ersten Arbeiten, die im Februar 2016 installiert wurden, zeichnet sich bereits ein bemerkenswerter Anstieg der Kennziffern für Artenentwicklung und -vielfalt ab und sie werden schon häufig von Engelhaien, Barrakuda- und Sardinenschwärmen, Tintenfischen, Meeresschwämmen und gelegentlich von Schmetterlingsrochen als Lebensraum genutzt.

Es ist das erste Mal, dass Taylor architektonische Strukturen in einer solchen Größe installiert hat. Zu den neuen Installationen gehören unter anderem eine Mauer, die 100 Tonnen schwer und 30 Meter lang ist, die Skulptur eines botanischen Gartens, der auf die lokale Flora und Fauna verweist, und eine Komposition aus 200 menschlichen Figuren in Lebensgröße, die einen Wirbel aus Menschen symbolisiert.

Das Museum umfasst eine Fläche von 50 x 50 Metern sandigen Meeresgrund, der arm an natürlichem Leben ist. Es wurde aus für die Umwelt pH-neutralen Materialien gebaut und alle Werke sind konzipiert, um sich an das endemische Meeresleben anzupassen.

Das Projekt ist von den Zentren für Kunst, Kultur und Tourismus des Inselrats von Lanzarote gefördert worden und wurde in deren Netzwerk integriert. Außerdem konnte sich das Projekt ebenfalls auf eine Kofinanzierung der Regierung der Kanarischen Inseln stützen.

Das Museum hat einen Ein- und Ausgang und die Werke sind in einer Reihe von 12 Installationen angeordnet.

Neue Werke im Museo Atlántico

Die neuen Werkstücke sind folgende:

Der ewige Scheiterhaufen

 Die Skulptur wurde nach dem Abbild eines einheimischen Fischers von der Insel La Graciosa an der Nordküste Lanzarotes geformt und besteht aus einer Reihe von Betonstäben, die einen traditionellen Scheiterhaufen zur Bestattung darstellen.

Überschreitung des Rubikon

 Das Werk Überschreitung des Rubikon besteht aus einer Gruppe von 35 Figuren, die auf eine Mauer und ein Tor in der Unterwasserwelt zugehen. Dieses Werk symbolisiert die Grenze zwischen zwei Wirklichkeiten und ein Portal zum Atlantischen Ozean. Die zum Teil organisch und zum Teil industriell geformte Mauer ist 30 Meter lang und 4 Meter hoch und weist in der Mitte ein einfaches rechteckiges Tor auf. Dadurch soll ein Monument der Absurdität geschaffen werden, eine nicht-funktionale Barriere inmitten eines riesigen Gewässers, ein dreidimensionaler Raum, den man in jeder Richtung überschreiten kann. Die Installation unterstreicht, dass die Konzepte von Zugehörigkeit und Territorium in der natürlichen Umwelt keine Rolle spielen. In Zeiten wachsenden Patriotismus und Protektionismus soll uns das Werk daran erinnern, dass wir unsere Ozeane, unsere Luft zum Atmen, das Klima oder die Natur nicht voneinander trennen können, so wie wir es mit unseren Ländern und Besitztümern tun. Häufig vergessen wir, dass all dies integrale Bestandteile eines lebenden Systems sind, für das wir die Verantwortung tragen.

Die Überschreitung des Rubikon bedeutet die Überquerung eines Punktes, an dem es kein Zurück gibt. Mit dem Werk soll das Jahr 2017 als ein kritischer Wendepunkt markiert werden, eine rote Linie und eine Mahnung daran, dass unsere Ozeane und unser Klima sich verändern und wir dringende Entscheidungen treffen müssen, bevor es zu spät ist.

Portal

 Das Portal repräsentiert ein junges Mädchen, ein Hybridwesen, das einen großen viereckigen Spiegel betrachtet, der die Meeresoberfläche in Bewegung reflektiert. Als ein Teil des Hybrid-Gartens hat das Konzept zum Ziel, Wasser in Wasser abzubilden, wie eine Schnittstelle oder einen Spiegel zum Übergang in eine andere Welt – die blaue Welt. Der Spiegel erhebt sich über eine Struktur aus Kaktusformen, die mit einer Reihe von kleineren Segmenten und „lebenden Haltepunkten“ gestaltet wurden, um Tintenfischen, Seeigeln und Jungfischen Schutz zu bieten.

Unkontrollierbar

Das Werk Unkontrollierbar besteht aus einem Spielplatz, auf dem Geschäftsleute in Anzügen spielen. Eine Schaukel und zwei Wippen stellen die Gleichgültigkeit und Arroganz der Business-Welt gegenüber der Welt der Natur dar. Eine der beiden Wippen sieht aus wie eine Pumpe zur Ölförderung – ein Verweis auf die Kontrolle über diese fossilen Energien und ihre aus dem Ruder gelaufene Benutzung. Die andere Wippe spiegelt den Druck wider, den wir auf die Artenvielfalt im Meer ausüben, und den endgültigen Kollaps, wenn wir diese Kräfte nicht kontrollieren.

Wirbel aus Menschen

 Das letzte Stück des Museo Atlántico ist der Wirbel aus Menschen, eine Gruppe aus ca. 200 figurativen Werken in Lebensgröße, die in einer großen Kreisform angeordnet sind. Die Modelle, aus denen sich dieser Wirbel zusammensetzt, sind Menschen aus allen Altersstufen und Lebensweisen. Die Position der Figuren schafft eine komplexe Formation als bewohnbares Riff für Meeresarten und ermöglicht den Besuchern am Ende der Besichtigungstour einen emotionsgeladenen Abschied. Die Kunstinstallation erinnert daran, dass wir uns ebenfalls aus dem Meeresleben entwickelt haben und wir alle dem Wandel und der Kraft des Ozeans unterliegen. Das Werk personifiziert unsere nackte Verletzlichkeit angesichts der dem Meer innewohnenden Macht und unsere Zerbrechlichkeit gegenüber seiner immensen Stärke und Kreisläufe. Aus dem Meer kommt der Sauerstoff, den wir atmen, es reguliert unser Klima und ist eine zentrale Nahrungsquelle für Millionen von Menschen.

Ein Besuch im Museo Atlántico kann uns ein besseres Verständnis über unsere Beziehung mit der Meereswelt vermitteln und von der Notwendigkeit überzeugen, dieses fragile Ökosystem wertzuschätzen und zu schützen, um letztlich auch unser eigenes Leben zu retten.

HINWEIS: Für einen Besuch unseres Museo Atlántico sollten Sie mit einem autorisierten Tauchzentrum mit der Bezeichnung EOMA Kontakt aufnehmen. Die aktuelle Liste der angeschlossenen Zentren steht auf dieser Seite zur Verfügung.

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